Aktuelle Projekte:
BWO 082226: Untersuchung der Wirkung zweier Humusdünger auf den Boden und die Rebe
Die sehr unterschiedlichen Eigenschaften der Böden an verschiedenen Standorten führen zu Abweichungen in der Nährstoffwirkung und verlangen daher eine angepasste Düngung. Verändernd wirken vor allem folgende Faktoren: Gründigkeit, Bodenschwere, Wasserverhältnisse, Grobanteil, Humusgehalt und Kalkgehalt. Das Projekt soll zeigen, wie weit durch ein Produkt mit den Inhaltsstoffen Malzkeime (die jungen Keimwurzeln frisch gekeimten Getreides) und Vinasse (Nachprodukt der Zuckerrübenverarbeitung) und durch Kompost (Produkt aus der kommunalen Abfallentsorgung) der Humusgehalt im Boden verbessert und der Gehalt an Stickstoff im Boden optimiert werden kann. Außerdem werden die Einflüsse auf den Ertrag und das Beerengewicht ermittelt und mittels Analyse der Mostinhaltsstoffe der Einfluss auf die Mostqualität festgestellt.
BWO 042213: Weiterentwicklung des Bioweinbaus unter österreichischen Bedingungen
Da, aus welchen Gründen auch immer, über Bioweinbau wenige wissenschaftliche Arbeiten vorliegen, soll in diesem Bereich eine Evaluierung von Methoden beziehungsweise deren Weiterentwicklung betrieben werden. Die Erprobung neuer Sorten unter den Bedingungen eines biologischen Anbaues unter besonderer Berücksichtigung der Weinqualität soll ein zentrales Thema sein. Die Sortenfrage ist nach wie vor ein essentielles, ungelöstes Anliegen der Biowinzer. Methodenentwicklung im Bereich des Mehltau- und Botrytisschutzes soll den Bioweinbau auch in Bezug auf Qualitätsverluste durch Pilzkrankheiten weiterhelfen. Einerseits sollen bewährte Pflanzenstärkungsmittel, andererseits Alternativen zu den herkömmlichen im Bioweinbau erlaubten Mittel (zum Beispiel Kupfer) eingesetzt werden. Alle Versuchsansätze werden in Hinblick auf die Weinqualität untersucht, wobei einerseits die Zusammensetzung der Mikroorganismenflora im Most und deren mögliche Unterschiede detektiert werden und andererseits Weine von verschiedenen Varianten ausgebaut und einer umfassenden Analyse unterzogen werden sollen. Dabei soll vor allem die Zusammensetzung des Weines als Hinweis auf mögliche zukünftige Weinfehler analysiert werden. Weiters ist eine sensorische Beurteilung der Versuchsvarianten vorgesehen. Ziel des Projektes ist somit das Erarbeiten von bioweinbaulichen Methoden und Verfahren sowie die Etablierung dazu geeigneter Sorten. Da sich eine derartige Bewirtschaftung für Berg- und Steillagen besonders vorteilhaft auswirken würde, sollen derartige Verhältnisse besonders berücksichtigt werden. Außerdem sollen mögliche Unterschiede zwischen Bioweinbau und konventionellem Weinbau bezüglich der mikrobiellen Biozönose und der Weininhaltsstoffe herausgefunden werden. Unterschiede in diesem Bereich werden auf Grund der oft mangelnden Weinqualität von Bioweinen vermutet. Erst die Kenntnis der Unterschiede ermöglicht eine Gegenstrategie.
Leistungsprüfung von Rebklonen
Blauburger: St 26
Blaufränkisch: KL 148, KL M3
Blauer Burgunder: KL A12-2, KL 93, KL Mariafeld, KL FR 54/102, KL FR 52/86
Cabernet Sauvignon: Kl 138, Kl 337
Muskat Ottonell: KL Z/59, KL E/2, KL 11/62, KL 7/92, KL 7/50, KL 7/18, KL 7/2, KL K/7
Rheinriesling: KL 198-30, KL 237-20, KL 239-12, KL 239-20, KL 110-11
Zweigelt: KL A2-3
Bewertung und Verbesserung von Unterlagsreben
Die Verwendung von Unterlagsreben im österreichischen Weinbau erfolgt seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als die Reblaus aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt worden ist. Sie hat sich seit dieser Zeit als biologische Bekämpfungsmaßnahme gegen Reblausschäden bewährt. In der Praxis werden verschiedene Unterlagsrebsorten verwendet. In den österreichischen Weinbaugebieten haben sich jene Unterlagsrebsorten, die Kreuzungsprodukte aus Vitis Berlandieri (Kalkrebe) x Vitis Riparia (Uferrebe) sind, am stärksten durchgesetzt. Das Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung von achtundzwanzig verschiedenen Unterlagsrebsorten, um auch in Zukunft entsprechendes Rebmaterial zur Verfügung zu haben.
Tropfbewässerung zur Sicherung der Wasserversorgung und Steigerung der Traubenqualität
Die Bewässerung erlangt im Weinbau aufgrund zunehmender Witterungsextreme, insbesondere in Form von Trockenperioden, eine immer größere Bedeutung. Die Wasserzufuhr in Form der Tropfbewässerung ist eine geeignete Maßnahme zur Sicherung der Wasserversorgung der Reben und damit zur Sicherung des Ertrages und der Traubenqualität. Hinsichtlich Verbesserung der Traubenqualität ist der Zeitpunkt der Wasserausbringung von besonderer Bedeutung. Der Einfluss der Wasserzufuhr durch verschieden hohe Wassergaben auf den Traubenertrag und die Traubenqualität der Rebsorten Riesling und Syrah wird beurteilt. Eine Vinifizierung und analytische und sensorische Beurteilung der Weine wird durchgeführt.
Testung von Unterlagsreben
Die Rebsorten `Grüner Veltliner`, `Chardonnay` und `Zweigelt` sind auf 30 verschiedenen Unterlagsreben gepflanzt worden. Der Einflüsse der Unterlagsreben auf Wachstum und Reife der Edelsorten werden bewertet. Die Versorgung mit Nährstoffen wird ermittelt, um für die Empfehlung ausreichende Erfahrung zu besitzen. Die qualitative Affinität wird bei ausgewählten Unterlagsreben mittels einer gezielt vergleichenden Weinbewertung durchgeführt. Folgende Unterlagen kommen zum Einsatz: Kober 5BB, SO4, T5C, Kober 8B, Cosmo 2 und 10, Binova, Ru 225, R 7, 125 AA, 420 A, Ru 140, Paulsen 725, 779 und 1103, Richter 99 und 110, M.G. 101-14, Couderc 3309, G26, Aripa, EM 33, G1 und G9, 41B, Fercal sowie Riparia und Rupestris Typen.
Optimierung der Laubwandstruktur
Die Laubwandgestaltung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Belichtung der Rebblätter und deren Assimilationsleistung. Weniger, aber gut besonnte Blätter bringen eine bessere Assimilationsleistung als viele Schattenblätter. Außerdem beeinflusst die Laubwandgestaltung auch die Reife der Trauben und deren Qualität. Durch eine differenzierte Gestaltung der Laubwand sollen Einflüsse auf einen möglichen Pilzbefall, die Aromenbildung, die Entstehung von Sonnenbrandschäden und auf die Trauben- und Mostqualität beurteilt werden.
|